Familienoffensive Thüringen
Wie hilft Familienpolitik Kindern und Eltern?

4. Juni

Seit 2002 findet einmal jährlich die „Studentische Fachtagung zur Sozialpolitik – jena social“ an der Fachhochschule Jena statt. In diesem Jahr steht die „Thüringer Familienoffensive“ der Landesregierung im Zentrum von Analyse und Diskussion. Die „Familienoffensive“ ist politisch umstritten. Das „Volksbegehren für eine bessere Familienpolitik in Thüringen“ möchte sie rückgängig machen. Aber was lässt sich aus wissenschaftlicher Sicht dazu sagen? Darum geht es auf der Fachtagung. Was sind die Fakten? Seit 2006 gilt das Thüringer Familienfördergesetz. Eltern mit Kindern zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr erhalten mindestens 150 Euro monatlich als „Thüringer Erziehungsgeld“. Das Geld kann frei für eine Betreuung im Kindergarten, bei einer Tagesmutter oder in der Familie eingesetzt werden. Wer sein Kind in eine Kita bringt, muss also das Landeserziehungsgeld dafür einsetzen. Weiter gilt: Die Finanzierung wird an die Kommunen delegiert. Sie erhalten zudem 1.000 Euro je neugeborenes Kind. Das Gesetz wird von Seiten der Landesregierung als familienpolitischer Fortschritt und Systemwechsel angesehen, doch die Opposition kritisiert die Maßnahmen heftig, sie befürchtet Privatisierung und den Rückzug staatlicher, gesellschaftlicher Verantwortung. Auf der diesjährigen studentischen Fachtagung zur Sozialpolitik der FH Jena werden wir versuchen, Licht ins Dunkel dieser Kontroverse zu bringen. Unter Mitwirkung führender Landespolitiker und bekannter Experten wird die „Familienoffensive“ in Vorträgen, Workshops und einer hochkarätigen Podiumsdiskussion kritisch untersucht. Befürworter und Gegner kommen zu Wort. Wir sind gespannt.